Forming, Storming, Norming oder Performing?

von am Dienstag, 2 April 2013
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Zu diesem Thema fand vom 04.03. – 06.03.2013 das erste Schulungsmodul „Dynamik von Arbeitsgruppen und deren Steuerung“ im Rahmen meines Traineeprogrammes statt.

Das Ziel dieser drei Tage war es seinen eigenen Standpunkt in einer Gruppe herauszufinden,  Gruppendynamiken zu erkennen sowie Gegensteuerungsmaßnahmen kennenzulernen. Unsere Gruppe bestand sowohl aus Trainees als auch Assistenten. Dies versprach von Anfang an eine gewisse Gruppendynamik, da sich zwei Gruppen bildeten. Diese zwei galt es zu einer Gruppe zu verbinden.

Auf Grundlage des Titels hatte ich ein sehr theoretisches Seminar erwartet, wurde dann aber mit vielen praktischen Übungen überrascht. Für mich persönlich kann ich sagen, dass es eine sehr positive Erfahrung war und ich viele neue Eindrücke und Denkanstöße mitnehmen konnte.

Modell „Phasen der Teamentwicklung“Da während der drei Tage eine Vielzahl verschiedener Übungen bearbeitet wurden, werde ich Euch ein Beispiel etwas genauer beschreiben. Dabei handelt es sich um das Modell „Phasen der Teamentwicklung“:

Im Forming stehen die Prüfung, Einschätzung und Orientierung im Mittelpunkt. Die Gruppenmitglieder lernen einander kennen, man testet Verhaltensweisen, um herauszufinden was von der Gruppe akzeptiert wird und was nicht. 

Fachlich versucht man die gestellte Aufgabe zu erfassen, zusätzliche Informationen zu beschaffen und erste Ansätze zur Problemlösung zu finden. Das Storming ist gekennzeichnet durch Wettbewerb, Auseinandersetzung und Widerstand. Nach der ersten Orientierung treten meist offen oder verdeckt erste Feindseligkeiten in der Gruppe auf. Der Wettbewerb um Macht- und Einflussfaktoren beginnt. Da man seine Aktivität stark auf die Gruppenbildung ausrichtet, fällt die Arbeitsaktivität an der Aufgabe eher gering aus. Zweifel und Kritik an der Aufgabe können auftreten.

Das Norming ist charakterisiert durch Normierung, Harmonisierung, Gruppenkohäsion und intensive Arbeit an Lösungsstrategien. Nachdem die Positionen in der Gruppe geklärt sind und von allen akzeptiert werden, entwickelt sich ein Gruppenbewusstsein und Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Arbeitsaufgabe ist durch ein verstärktes Miteinander gekennzeichnet. Meinungen und Kenntnisse werden ausgetauscht sowie Wege und Strategien zur Lösung der Aufgabe diskutiert.

Im Perfoming stehen eine funktionierende Gruppe, Arbeit an der Aufgabenlösung und gegenseitige Unterstützung zur Lösung im Mittelpunkt.  Jedes Gruppenmitglied übernimmt bestimmte Teilaufgaben und die Mitglieder unterstützen sich gegenseitig bei der Erreichung dieser Teilziele. Da die Gruppe in hohem Maße kritikfähig ist, führt der konstruktive Meinungsaustausch zu einer echten Ergänzung sowie einer höheren Qualität der Arbeitsergebnisse.

Die vier Phasen sollten nach Möglichkeit nacheinander durchlaufen werden, teilweise kann es aber möglich sein, dass man Phasen überspringt bzw. aus einer in die andere Phase zurückfällt. Dies ist uns bei einigen Übungen aufgefallen, da wurde schnell das Forming übersprungen und mit dem Storming oder Norming begonnen.

Ich selbst finde dieses Modell sehr interessant, da ich mir bisher nie Gedanken darüber gemacht habe, wie sich eine gute Teamentwicklung  gestaltet und welche Wichtigkeit die einzelnen Phasen haben. Gegen Ende des Jahres werden wir in der Gruppe die Möglichkeit haben dieses Modell an einem realen Projektauftrag zu testen. Auf den Ablauf bin ich schon sehr gespannt und werde Euch auf jeden Fall berichten.

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Über den Autor

Holger Krämer

studierte auf Bachelor Betriebswirtschaft an der Georg-Simon-Ohm Hochschule in Nürnberg . Zum 01.10.2012 stieg er als Trainee im Zentralen Controlling bei DATEV ein.