Seminararbeiten mit eigenen Ideenansätzen

Revisited: Zwölf FAU-Studenten und das DATEV-Lab

von am Montag, 8 Juni 2020
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Mit dem Lehrstuhl für Industrial Management von Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt und dessen wissenschaftlichem Mitarbeiter Oskar Pakos, M.Sc., besteht eine der Hochschulkooperationen, die DATEV pflegt. Konkreter Anknüpfungspunkt auf DATEV-Seite ist unser CEO Dr. Robert Mayr. Studierende arbeiten regelmäßig im Rahmen von Seminararbeiten mit der Genossenschaft zusammen. Das DATEV Lab unterstützt die Studis dabei, methodisch und inhaltlich.

Im Dezember 2019 haben wir uns das erste Mal mit dreien von ihnen unterhalten: Gizem, Melanie und Lars. Jetzt, einige Monate später fragen wir noch einmal nach, wie das Unileben in Zeiten von Corona aussieht, welchen Benefit sie aus der der Projektarbeit für sich gezogen haben und welche Herausforderungen sie meistern mussten.

Lars und Melanie, ihr wart im ersten Semester, als wir uns im Dezember das erste Mal unterhalten haben. Gizem, Du warst im dritten Semester. Wie fühlt sich das Unileben gerade an, in Zeiten von Corona?

Lars: Unser universitäres Umfeld hat sich natürlich durch die Umstellung auf digitale Lehre vollständig verändert. Dies ist erstmal nicht nur für die Lehrenden, sondern auch für die Studierenden eine riesige Herausforderung. Gleichzeitig kann dies für alle Beteiligten auch eine Chance sein, den digitalen Wandel noch schneller voranzutreiben. Hierdurch können sich sicherlich Vorteile ergeben, aber auch Nachteile der digitalen Welt ersichtlich werden – wie zum Beispiel die physische Distanz und damit die Entstehung von Missverständnissen.

 

Melanie: Natürlich ist es schade, seine Kommilitonen in der Universität nicht sehen zu können, aber die Gesundheit der Gesellschaft steht aktuell an erster Stelle. Ich persönlich empfinde die Kommunikation und Organisation seitens der Universität als sehr positiv. So hat die WISO sehr schnell reagiert und es ermöglicht, zahlreiche Veranstaltungen auch virtuell anzubieten, weshalb die Studierenden trotz der Pandemie genügend ECTS absolvieren können und kein Semester verlieren. Für mich persönlich wird es aber sicherlich eine Herausforderung werden, die notwendige Disziplin aufzuwenden, mir sämtliche Themen Zuhause im Selbststudium anzueignen.

Ihr studiert an der FAU im Masterstudiengang Management. Ziel Eures Studiengangs ist es, praxisrelevante Managementprobleme mit wissenschaftlichen Methoden zu lösen. Managementprobleme gibt’s gerade jede Menge und wird es sicher auch noch eine ganze Zeit lang geben. Wie könnte man aus Eurer Sicht vorgehen, um gut durch die Krise zu steuern?

Gizem: Da gibt es sicherlich nicht eine Lösung für alle. Je nach Branche und den spezifischen Umständen sind natürlich alle unterschiedlich von der Krise beeinflusst. Viele kleine und mittelständische Betriebe sind insolvenzgefährdet, andere können vielleicht durch die Krise neue Produkte, Dienstleistungen oder gar Geschäftsmodelle entwickeln. Aus meiner Sicht müssen Unternehmen schon weiterdenken. Für sie wird es besonders wichtig, wie sie sich nach dem Lockdown verhalten und was sie daraus machen.

 

Melanie: Aufgrund der Individualität der Unternehmen ist es schwierig, eine übergreifende Strategie für das Krisenmanagement zu erläutern. Aus meiner Sicht ist aber in solchen Zeiten Flexibilität von sehr großer Wichtigkeit. Die Faktenlage kann sich aktuell ständig ändern. So sollte ein Unternehmen nicht an kontraproduktiven Entscheidungen aus der Vergangenheit festhalten, sondern flexibel darauf reagieren und gegebenenfalls neue Wege einschlagen. Die Krise hat bislang zudem gezeigt, dass sie ein hohes Maß an Kreativität der Menschen hervorrufen kann. Diese sollte genutzt und gefördert werden, um neue Innovationen oder Projekte voranzutreiben. Die Mitarbeiter sollten hierzu Freiheiten erhalten, neue Dinge auszuprobieren und eventuell effizientere Lösungen zu entwickeln. Dazu gehört unter anderem auch die (gezwungenermaßen) Optimierung des mobile working, wovon die Unternehmen sowie deren Mitarbeiter auch in Zeiten nach COVID-19 profitieren können. Weiterhin ist eine transparente interne und externe Kommunikation von Bedeutung. So ist es wichtig, die Mitarbeiter regelmäßig über Neuerungen zu informieren. Dabei sollte sich das Unternehmen stets an Empfehlungen von Experten orientieren. Zudem sollte regelmäßig überprüft werden, inwieweit die Kommunikation von Medien und Öffentlichkeit angenommen wird und ob die veröffentlichten Positionen des Unternehmens noch aktuell sind und in einer veränderten Gesamtlage noch angemessen erscheinen. Liegen neue Erkenntnisse vor, sollten Änderungen und Korrekturen vorgenommen werden.

Ihr habt vergangenen Herbst drei Tage im DATEV Lab verbracht und Projektideen und erste Ansätze dazu entwickelt. Mit welchen Themen habt ihr Euch beschäftigt?

Gizem: Mein Team hat sich damit beschäftigt, welche Potentiale IoT-Technologien für die DATEV und ihre Mitglieder bereithält. Bei der Analyse bereits vorhandener Strukturen bei DATEV wurde deutlich, dass es schon fortschrittliche Ansätze gibt, wie das DATEV Kassenarchiv Online und DATEV Unternehmen Online. Unser Ziel war daher ein IoT-Ökosystem, welches die bereits bestehenden Informationen sammelt und intelligent vernetzt.

Wie ging es nach den ersten Tagen im DATEV Lab weiter?

Gizem: Nach der Blockwoche im Lab startete die eigentliche Arbeit. Wir haben uns im Team regelmäßig getroffen, übrigens auch da schon aus zeitlichen Gründen häufig nur online. Wir haben unsere ersten Ideen ausgearbeitet und waren dabei sowohl mit dem Lehrstuhl als auch mit Tobias Dohlus aus dem Lab im Austausch. Die Ergebnisse haben wir dann in einer ausführlichen Seminararbeit festgehalten.

Ende Januar gab es eine Abschlusspräsentation dazu. Wie war das für Euch? Welches Feedback habt ihr dazu erhalten?

Melanie: Unsere Konzepte wurden im Datev Lab vor dem CEO, Herr Dr. Mayr, unserem Lehrstuhlinhaber Prof. Voigt bzw. seinen Mitarbeitern und den anderen Studierenden präsentiert. Anschließend erfolgte eine Diskussion, inwieweit die Konzepte realisierbar sind. Insgesamt fiel das Feedback hierfür durchgehend positiv aus.

 

Gizem: Man präsentiert ja nicht jeden Tag vor Dr. Mayr und Prof. Voigt, dementsprechend war es natürlich auch aufregend. Der Rahmen im Lab war aber sehr locker und die Präsentation lief sehr gut. Dr. Mayr hat dann berichtet, dass im Lab bereits über ähnliche Lösungen nachgedacht wird. Das war für uns natürlich eine tolle Bestätigung.

Was war für Euch die größte Herausforderung während dieser Projektarbeit?

Melanie: In unserem Team ging es um das Thema Future Payment. Wir haben hierbei ein Konzept entwickelt, Zahlungsvorgänge mithilfe einer App zu optimieren. Die größte Herausforderung war aus meiner Sicht das fehlende technische Know-How, da alle Studenten unserer Gruppe den Master in Management studieren. So war es sehr schwierig für uns, die App zu entwickeln, die Machbarkeit zu bewerten und Lücken zu identifizieren.

 

Lars: Die Projektarbeit fand über eine lange Zeitspanne statt und was sehr intensiv. Als größte Herausforderung würde ich bezeichnen, einen guten Einstieg in die Themen zu finden. In unserem Team war das Thema Future Payment davor noch für uns alle relativ unbekannt. Deswegen mussten wir erstmal durch umfangreiche Hintergrundrecherche uns das Fachwissen aneignen, um daraus eine Idee für die Datev zu entwickeln. Nach diesem Schritt wurde die Idee in Form einer Hausarbeit umgesetzt, bei der schriftlichen Ausarbeitung wurden immer wieder einzelne Schwachstellen des Ideenkonzepts offenbart und anschließend in Diskussion mit den Gruppenmitgliedern Lösungen erarbeitet.

Und was hat Euch am meisten Spaß gemacht?

Gizem: An einem Thema über das ganze Semester hinweg zu arbeiten war toll. Ideen entwickeln und wieder verwerfen und noch mal komplett neu denken, bis alle begeistert sind. Das macht praxisorientierte Seminare aus meiner Sicht aus.

Wovon profitiert ihr bis heute, sofern das zutrifft?

Melanie: In der Veranstaltung wurde zu Beginn ein besonderer Fokus auf den Design-Thinking Prozess gelegt. Dies ist eine Herangehensweise, die einem für jede Problemstellung helfen kann. Dies wird mir sicherlich in künftigen Seminaren helfen, aber auch im Berufsleben und im Alltag. Zudem ist für mich das Unternehmen DATEV durchaus als zukünftiger Arbeitgeber attraktiv, weshalb es sicher hilfreich sein kann Kontakte geknüpft zu haben.

 

Lars: Besonders die Herangehensweise an eine solche Themenstellung ist für weitere Aufgaben sehr nützlich. Dies betrifft zum Beispiel Kreativitätstechniken für die Erarbeitung von Ideen. Außerdem hat sich wieder einmal gezeigt, dass so eine Arbeit nur durch das Zusammenwirken aller Gruppenmitglieder funktionieren kann. Langfristig wurden großartige Kontakte mit der DATEV geknüpft und ein Einblicke als potentiellen Arbeitgeber gewährt.

Hat die Projektarbeit für Euch auch noch mit zur beruflichen Orientierung beigetragen?

Gizem: Ich mache den Management Master ja berufsbegleitend und arbeite bereits bei DATEV. Gerade deswegen kann ich aus jeder Vorlesung und jedem Seminar etwas Neues für mich mitnehmen. Die Auseinandersetzung mit strategischen Inhalten und der daraus resultierenden langfristigen Perspektive hat mir viel Spaß gemacht.

Mittlerweile sind einige Monate vergangen. Wie blickt ihr mit etwas Abstand aufs Lab und auf die DATEV gesamt?

Gizem: Es ist beeindruckend zu sehen, wie in der Lab Atmosphäre in interdisziplinären Teams Innovationen geschaffen werden. Ich hoffe, dass wir viel von dieser Mentalität in die gesamte DATEV tragen können.

 

Melanie, Gizem und Lars, recht herzlichen Dank für das Gespräch und alles Gute für Euch!

 

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Über den Autor

Michael Öchsler

ist seit September 2019 mit an Bord bei DATEV und kümmert sich mit um die Kommunikation von HR-Themen wie Personal und Karriere. Der Kommunikationswissenschaftler hat zuvor bereits berufliche Erfahrungen im Bereich Unternehmenskommunikation und Marketing gesammelt. Seine Freizeit verbringt er am liebsten in den Alpen, wo er im Sommer Hügel erklimmt, um sie im Winter auf zwei Brettern hinab zu brettern (zwischendurch ist er auch mal hier).