Was aus Fürth kommt, bleibt in Fürth!

von am Montag, 10 August 2015
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Ich bin Fürtherin – Grün, kleeblättrig, fußballliebend und mit ganzem Herzen. Von den ewig wiederkehrenden Streitigkeiten zwischen Fürth und Nürnberg halte ich jedoch wenig – ein wenig Frotzelei ist aber natürlich erlaubt und wenn meine grüne Schreibtischbadeente nach einem erfolglosen Heimspiel traurig vor sich hinlächelt, nehme ich meinem Arbeitskollegen, der überzeugter Club-Fan ist, einen Scherz auf Kosten des Kleeblatts nicht übel.

Man muss ja auch ehrlich sein: Nicht nur in Sachen Fußball ist Fürth momentan nicht ganz auf der Höhe. Auch unser groß angekündigtes Einkaufszentrum in der Innenstadt lässt weiter auf sich warten. Fest steht: In Nürnberg kann man einfach besser einkaufen!

 … Endlich Freitag!

In Sachen Wochenendgestaltung starten meine Freunde und ich in unregelmäßigen Abständen immer wieder Versuche, unsere Freitag- oder Samstagabende auch einmal in der Nachbarstadt zu verbringen. Denn ein wenig Abwechslung kann schließlich nicht schaden.

Vor ein paar Wochen war es dann schließlich wieder einmal so weit. Die Blaue Nacht lockte uns mit zahlreichen Werbemaßnahmen nach Nürnberg. Mein Freund Jakob und ich traten unseren Weg zunächst zu zweit an. Nachdem wir an der U-Bahnstation einem Verkäufer selbstgebastelter Herrenfliegen erfolgreich vermittelt hatten, dass unser Bedarf an eben diesen durchaus gedeckt ist, setzten wir unseren Weg Richtung Lorenzkirche und Co. erfolgreich fort.

… Es lebe die schöne Aussicht!

In Nürnberg angekommen wollten wir uns nicht vorwerfen lassen, nur zum Zwecke von Speis und Trank in die Nachbarstadt gefahren zu sein. Aus diesem Grund beschlossen wir, uns erst einmal zur Burg hochzukämpfen. Ein Sauerstoffzelt war zum Glück nicht von Nöten, da ich momentan ein wenig für unseren Firmenlauf im Juli trainiere. Da standen wir also nun. Hoch über den Dächern Nürnbergs und einer wunderbaren Aussicht auf Hauptmarkt, Kirchen und viele Menschen. Liebe Leser und Leserinnen, wenn Sie denken, dass an dieser Stelle noch die Pointe folgt, muss ich Sie leider enttäuschen, denn: Es passierte… nichts! Zudem hatten wir bereits festgestellt, dass wir uns ein wenig früh getroffen hatten. Dunkel und blau war es nämlich noch nicht im Geringsten. Dafür machte uns die zunehmende Invasion japanischer Touristen mit meterlangen Selfie-Vorrichtungen ein wenig Sorgen. Diese langen Gestänge sind nämlich durchaus nicht ungefährlich, wenn man sie in Seiten und Rücken gebohrt bekommt, lassen Sie sich das gesagt sein.

Wenn wir schon mal hier sind, so dachte ich, könnte man ja zumindest einen Abstecher zum „Schönen Brunnen“ machen. Als studierte Kunsthistorikerin hat man nämlich durchaus die Verpflichtung, sich ab und zu mal ein wenig Kultur zu gönnen. Und nachdem ich mein Hobby nicht zum Beruf gemacht habe, habe ich mein Interesse an der Kunst auch noch nicht verloren. Am Brunnen angekommen musste ich allerdings feststellen, dass das Objekt meiner Begierde momentan von fachkundigen Restauratoren überarbeitet wird. Pech für mich – Glück für Jakob! So ist er nämlich meinem Vortrag über die dargestellten Propheten und Heiligen entkommen.

Blau ist halt doch nicht so schön wie Grün!

Auf dem Weg in Richtung Hauptmarkt hatten wir inzwischen einen weiteren Freund eingesammelt. Da standen wir nun – im Zentrum von Nürnberg. Und dann, liebe Leserinnen und Leser, geschah etwas ganz Merkwürdiges: Uns beschlich in der eintretenden Dunkelheit ein regelrecht beklemmendes Gefühl, das wir zunächst nicht einzuordnen vermochten. Als es uns schließlich doch gelang, traf es uns mit voller Wucht – das Heimweh. So endeten wir in unserer geliebten Gustavstraße – mit Bier, Wein und ein wenig leisem Bedauern, dass wir es wieder nicht geschafft haben, einen Samstagabend in Nürnberg zu verbringen.

Fotos: Christoph Villwock

Über den Autor

Kerstin Rockenmaier

hat im September 2014 eine Ausbildung zur Kauffrau für Dialogmarketing bei der DATEV begonnen. Vor ihrem Eintreten in die „grüne Welt“ hat sie ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert – nun darf sie bei der DATEV arbeiten (und das ist auch gut so), die Liebe zum Schreiben ist ihr aber dennoch erhalten geblieben.