Rezept für die perfekte Großrechnergrundausbildung

von am Montag, 23 November 2015
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Zu Beginn unserer Ausbildung hatten wir keine Ahnung von Großrechnern. Doch für den Einsatz in unseren verschiedenen Abteilungen im Großrechnerbereich benötigten wir einiges an Wissen, das im Studium oder in der Berufsschule kaum vermittelt wird.

Zutaten

  • 7 höchst motivierte Azubis und duale Studenten
  • 7 äußerst engagierte Mitarbeiter
  • Schönes Ambiente
  • Fein ausgearbeitete Schulungsunterlagen

Zubereitungszeit

11 ½ Schulungstage im Zeitraum von ca. vier Wochen

Zubereitung

Zu Beginn machte uns eine Kollegin aus der Entwicklung für Rechnungswesen mit dem altbewährten ISPF vertraut. Hier haben wir den schwarz-grünen Bildschirm kennen und lieben gelernt. Uns wurde gezeigt, wie man Datasets erstellt, verändert oder löscht. Obwohl wir durch die ungewöhnliche Bedienung zu Beginn einige Schwierigkeiten hatten (F2 -> Split-Screen), half uns die Schulung dabei, uns einigermaßen sicher in den Untiefen des ISPF zurechtzufinden.

Es folgte ein halbtägiger Theorie-Crashkurs zu COBOL, gehalten von einem Mitarbeiter aus der Abteilung für Cloud-Services, der uns den grundlegenden Aufbau eines COBOL-Programms erklärte. Unter anderem wurden uns erste wichtige Befehle beigebracht. Wir erhielten auch einige Zahlen und Fakten zu COBOL. Wir freuten uns somit schon sehr auf die spätere mehrtägige COBOL Schulung.

Um jungen Leuten wie uns den Einstieg in die Großrechnerwelt zu erleichtern, durften wir uns auch mit der neuen grafischen Entwicklungsumgebung RDZ befassen. Hierbei schulten uns zwei weitere Kollegen aus der Entwicklung für Cloud-Services. RDZ basiert auf Eclipse und bietet die Vorteile einer modernen Entwicklungsumgebung, wie sie die meisten (angehenden) Entwickler bereits kennen. Beispiele hierfür sind: Ein Editor, der schon während des Programmierens auf Syntaxfehler hinweist, das Debugtool, welches die Fehlersuche enorm erleichtert, mehrere Views, um sich verschiedene Übersichten auf einmal anzeigen zu lassen und AUTOFORMATIERUNG, um geschriebenen Code schnell und einfach zu strukturieren.

Des Weiteren benötigt man eine Jobcontrol, um Programme auf dem Großrechner ausführen zu können. Diese schreibt man in der „Job-Control-Language“ (JCL).

Bild 1In einer Schulung hierfür zeigten uns zwei Mitglieder der DATEV zTalents unter anderem den Aufbau und die verschiedenen Anwendungsszenarien. Durch den hohen Praxisanteil fiel uns die Umsetzung der Theorie umso leichter, was uns zudem sehr gut gefallen hat.

Wir kennen nun bereits verschiedene Umgebungen und wissen, wie wir Programme ausführen können. Aber da fehlt doch noch was? – Genau, endlich die Vertiefung der Programmiersprache! Die meisten von uns werden später mit COBOL arbeiten. Um unser Wissen aus dem COBOL-Crashkurs zu vertiefen, hielt eine Mitarbeiterin aus der Abteilung für Basis-Services im Rechenzentrum eine mehrtägige Schulung für uns. Durch die Abwechslung von Theorie und Praxis konnten wir sofort testen, ob wir das eben erlangte Wissen auch verstanden haben.

Zu guter Letzt bekamen wir einen Einblick in das Datenbanksystem für Großrechner von IBM, und zwar DB2. Dieses ermöglicht eine sehr gute Skalierbarkeit.

Bild 2-page-001Um erst einmal zu verstehen, wie so eine relationale Datenbank funktioniert, „gründete“ ein weiteres Mitglied der DATEV zTalents ein Möbelhaus und wir sollten uns überlegen, wie wir dessen Kundenbestand in Entitätsmengen aufteilen würden. Später sollten wir ein logisches Modell einer relationalen Datenbank entwerfen, die für die Verwaltung einer Schule gedacht war.

Am nächsten Tag befüllten wir die Datenbank des Möbelhauses und führten einige SQL-Abfragen durch. Der anspruchsvolle Schwierigkeitsgrad der Aufgaben hat uns den Sachverhalt lebhaft näher gebracht.

Verfeinerung

Für das gewisse Etwas dürfen natürlich ein Besuch des Rechenzentrums, sowie ein REXX Praktikum nicht fehlen. Deshalb freuen wir uns, diese Möglichkeit im Laufe der nächsten Woche wahrnehmen zu können.

Viel Spaß beim Nachmachen!

Wir danken allen Organisatoren und Referenten (unter Anderem den DATEV zTalents), die sich die Mühe gemacht haben, innerhalb kürzester Zeit die oben genannten Schulungen für uns auf die Beine zu stellen.

 

Autoren

David Krug, Bernhard Schiffer, Raphael Stellwag und Jessica Sandmann: Wir sind Auszubildende und Verbundstudenten im 1. Lehrjahr (seit September 2015) und werden zurzeit im Großrechnerbereich eingesetzt.