Neues aus der Berufsschule: Von Englischzertifikaten, Oropax und Barfußpfaden

Die Queen verbringt den Sommer in Anmer Hall

von am Montag, 15 August 2016
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Ich gebe zu, dieser Berufsschulartikel hat sehr lange auf sich warten lassen. Aber schließlich ist es einfach so, dass einen nicht tagtäglich die Muse küsst und außerdem gab es in und um Forchheim in der letzten Zeit einfach schrecklich viel zu tun.

Halbzeit… Jetzt schon?

Tatsächlich befinden wir uns mittlerweile schon im zweiten Jahr unserer beruflichen Ausbildung – und das bedeutet: ARBEIT. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang vor allem die Zwischenprüfung, die im März auf uns gewartet hat. Wie immer war die Panik davor groß. Johannas Knopperskonsum stieg ins Unermessliche (nur mit Mühe und Not und einem Zehnerpack der knusprigen Spezialität war sie noch zu beruhigen) und weil wir ja alle sehr ehrgeizig sind, haben wir es sogar geschafft, im Sportunterricht die eine oder andere Zwischenprüfung zu bearbeiten.

… Und dann war er da: Der Tag der Zwischenprüfung

4Am Tag der Zwischenprüfung erschienen wir alle pünktlich in der Nürnberger Meistersingerhalle – in weiser Voraussicht hatte uns Andreas Mama schon vorher mit Oropax ausgestattet, damit unsere Konzentration in keinster Weise leiden musste (Vielen Dank dafür!). Und das war auch bitter nötig, kann ich euch versichern. Unglaublich ist nämlich, dass es vielen jungen Menschen scheinbar nicht möglich ist, 90 Minuten auf ihrem Hintern zu sitzen. Da wurde mit den Stühlen gequietscht, als gäbe es kein Morgen mehr. Und ich muss wirklich gestehen, dass meine Fähigkeit zur Konzentration in den letzten Jahren leicht gelitten hat – ich bin schließlich nicht mehr die Jüngste. Da hieß es dann also: Oropax tief in den Gehörgang und los geht’s.

Nichtsdestotrotz haben wir alle die von uns liebevoll „Zwischi“ getaufte Zwischenprüfung mit Bravour gemeistert (was mir sogar einen wundervollen pink-rosanen Blumenstrauß meiner Chefin eingebracht hat – an dieser Stelle noch einmal vielen lieben Dank, Simone!). Wenn Sie denken, nach der Zwischenprüfung hat uns unsere Lieblingsberufsschule eine Pause gewährt – weit gefehlt! Die nächsten Schulblöcke folgten auf dem Fuß…

Mitarbeiter rundet man nicht

Wenn ich darüber nachdenke, was mir vom letzten Schulblock am Besten im Gedächtnis geblieben ist, so gibt es da einen Ausspruch unserer Rechnungswesenfee, der sicherlich nicht nur mich bis in den Schlaf verfolgt: „Mitarbeiter rundet man nicht“, sprach sie das ein oder andere Mal und schwenkte dabei warnend den Zeigefinger. Sie können sich nicht vorstellen, wie viele Zwischen- und Abschlussprüfungen die Rechnungswesenfee in petto hat. Nach dem Bestehen der Zwischi waren wir der festen Überzeugung, der Kopie-Pamphlete entkommen zu sein – falsch gedacht! In den unendlichen Weiten ihres Rollcontainers finden sich nun verstärkt Abschlussprüfungen, die sie uns mit Vorliebe um die Ohren haut. Müßig ist das – trotzdem sind wir dankbar – denn in weniger als einem Jahr haben steht die Abschlussprüfungen schon vor uns. Da kann ein wenig Übung schließlich nicht schaden.

Datenschutz? Ach, i wo!

Natürlich war auch im letzten Schulblock der Wilde wieder am Start. Wir haben uns in diesem Block jedoch ein wenig Sorgen um ihn gemacht, denn zum einen wirkte er ein wenig zerstreut, zum anderen brachte ihn ein Tinnitus an den Rande des Wahnsinns (wenn wir es nicht tun, tut es der Tinnitus!).

Zudem ist zu erwähnen, dass sich der Datenschutz der Berufsschule Forchheim keineswegs auf dem Niveau befindet, dass man als DATEVianer gewohnt ist. Ohne dass sie nach dem Ergebnis der letzten Schulaufgabe gefragt hätte, brüllt der Wilde eines mittwochs „Lämmermann: Note 3“ durchs Klassenzimmer, woraufhin sich die Köpfe interessiert nach Johanna recken, die unseren engagierten Lehrer ihrerseits auf die Datenschutzrichtlinien hinweist, die ein solches Verhalten definitiv verbieten.

Das Jahr der Referendare

SelinaDieses Schuljahr wurden wir ab dem Halbjahr wieder von drei Referendaren unterrichtet. Dass diese Art von Unterricht zuweilen mit einigen Risiken verbunden ist, haben wir auch in diesem Schuljahr wieder erleben dürfen. Nun gibt es ja durchaus Referendare, die engagiert und mit der vollen Motivation der Unipädagogik den Unterricht in einer Klasse aufnehmen. Und dann gibt es noch die anderen. Ein besonders schönes Exemplar der letzteren Sorte fand sich mittwochs im Klassenzimmer der WKD11C. Wiederholt versicherte uns der „beste aller Lehrer“, er sei der leibhaftig wahrgewordene Traum eines Lehrkörpers. Er erklärte uns den Konjunkturtrend (leider nicht ganz richtig) und gab uns wertvolle Tipps für die letzte Ex (die implizierten, dass man trotzdem alles auswendig lernen musste).

Nur gut, dass die Oberaufsicht, dem „der um die Ecke hören kann“ oblag. Er rettete am Ende unsere Noten, indem er ordentlich nachkorrigierte und dank ihm wissen wir nun auch was ein Trend ist. DANKE!

Business-English – Yes, we can!

UnbenanntJohanna und ich sind besonders lernwütig (die Zahl der geschriebenen Karteikarten geht langsam aber sicher auf die 1.000 zu). Deswegen war es für uns klar, am Business-English-Zertifikat teilzunehmen, das die Berufsschule anbietet. Der schriftliche Teil war schnell erledigt, im letzten Unterrichtsblock wurden wir nun zur mündlichen Prüfung zitiert. Viel möchte ich gar nicht sagen, außer: Unsere Prüfer sind nun bestens informiert über unseren bevorstehenden London-Urlaub, die Royals und die Einkaufsmöglichkeiten in der Hauptstadt des Vereinigten Königreichs.

… Und am Ende? Wird gewandert!

Vielleicht mag es sie erstaunen, denn obwohl es an der Berufsschule kein hitzefrei mehr gibt (im Gegensatz zum kältefrei, dass uns im Winter aufgrund der ausgefallenen Heizungsanlage ereilte), dürfen wir uns jedes Jahr an einem Wandertag erfreuen.

Da der Wilde in diesem Jahr die Herrschaft über die WKD11C übernommen hat, trafen wir uns mit ihm am Vormittag bei schönstem Sonnenschein am Erfahrungsfeld der Sinne. Dieses hatte ich letztmalig im Grundschulalter besucht, weswegen ich den ganzen Vormittag gehofft habe, keinem mir bekannten Menschen zu begegnen.

2Johanna und ich hatten zugegebenermaßen aber doch relativ viel Spaß, besonders der begehbare Bienenstock zog unsere Aufmerksamkeit auf sich und wir haben fleißig alle Kinder verjagt, die sich in unsere Nähe getraut haben. Auch unsere Freundschaft hat neue Dimensionen erreicht, nachdem mich Johanna blind über den Barfußpfad geführt hat, ohne dass ich gegen den nächsten Baum gerannt bin.

Andrea, Selina und Jenny hatten, während meine Fußsohlen zunehmend schwarz und schwärzer wurden, Spaß beim „Müll-Angeln“ aus einem Planschbecken. Hier fanden wir auch unsere Aufsichtsperson wieder, die mit elegantem Schwung einige Plastikverpackungen aus dem Planschbecken angelte und sich anschließend im Stelzenlauf versuchte.

Und Zeugnisse gibt’s dann auch noch!

Sie werden es kaum glauben, wir sind schon am Ende des 2. Schullehrjahres angekommen. Am Freitag gab es dann die lang ersehnten (oder gefürchteten) Jahreszeugnisse. Bis auf Johanna haben wir auch alle eins bekommen – wo sich ihr Exemplar befindet, kann der Wilde leider momentan nicht sagen. Ich bin jedoch überzeugt: Bis zum nächsten Berufsschulblock im September wird er es gefunden haben – ganz bestimmt!

Über den Autor

Kerstin Rockenmaier

hat im September 2014 eine Ausbildung zur Kauffrau für Dialogmarketing bei der DATEV begonnen. Vor ihrem Eintreten in die „grüne Welt“ hat sie ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert – nun darf sie bei der DATEV arbeiten (und das ist auch gut so), die Liebe zum Schreiben ist ihr aber dennoch erhalten geblieben.