Strategisches Innovationsmanagement im DATEV Lab

Safety is sexy

von am Freitag, 26 Juli 2019
Diesen Beitrag teilen:
0 Kommentare

Zu den größten Herausforderungen im Zeitalter der Digitalisierung zählen die Themen Datensicherheit und Datenschutz. Aber wie lassen sich diese Sicherheitsanforderungen im Alltag eines kleinen und mittelständischen Unternehmens, das mit hochsensiblen Daten arbeitet, sowohl sicher als auch unkompliziert integrieren?

Seit 2016 findet an der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) in Nürnberg jedes Semester ein Seminar in Kooperation mit DATEV statt. In diesem Jahr machte ich – Anna Butzbacher, Studentin an der FAU und Werkstudentin bei DATEV – mich mit elf weiteren Studierenden auf die Suche nach Antworten rund um das Thema „Datensicherheit im Zeitalter digitaler Kollaboration“.

Das passende Umfeld für diese Suche bot die Ideenschmiede des Hauses, das DATEV Lab. Eine Umgebung, die direkt zum Denken Out-of-the-Box einlädt. In der kreativen Forschungsumgebung des Labs haben wir Studierende zum Start in eine intensive Arbeitswoche umfassende Informationen rund um DATEV, ihre Produkte, ihre hohen Ansprüche an Datenschutz und -sicherheit sowie die Kundenbedürfnisse von Mitarbeitern aus unterschiedlichsten Bereichen des Hauses erhalten. Welche Relevanz die Sicherheit und der Schutz von Daten im digitalen Zeitalter hat, wurde den Studierenden unter anderem in einem Vortrag einer Steuerberaterin bewusst, die erzählte, dass ihre Mandanten Belege teils per WhatsApp schicken. Im Hinblick auf die Datensicherheit ein No-Go. Die zentrale Herausforderung des Seminars war also, die Sensibilität der Zielgruppe Mandant für das Thema zu schärfen. Aus all diesen Impulsen haben wir dann mit Design-Thinking-Methoden,  aufgeteilt in Gruppen,  Ideen, Konzepte und Prototypen rund um das Thema Datenschutz- und Datensicherheit erarbeitet. „Die Stimmung war inspirierend und kreativ. Wir konnten frei arbeiten und unsere Ansätze bei Bedarf mit einem DATEV-Experten challengen“, sagte Felix Hassold, einer der teilnehmenden Studierenden.

Zwei der bearbeiteten Konzepte möchte ich an dieser Stelle vorstellen:

Team 1: Awareness schaffen

Wie man für das eher trockene Thema Datenschutz und -sicherheit sensibilisieren kann, darüber hat sich eine Gruppe aus vier Marketing- und Managementstudentinnen Gedanken gemacht. Unter dem Namen „Lock your Door“ entstand eine Produktidee, welche Mitarbeiter von kleinen und mittelständischen Unternehmen mit einem Gamification-Ansatz spielerisch eine Weiterbildungsmaßnahme in Sachen Datensicherheit bieten soll. Mit dem Ziel der Motivationssteigerung durch Ranglisten, Highscores und verschiedenartige Abfragemöglichkeiten sollen sich die Mitarbeiter regelmäßig fortbilden und steigern damit exponentiell ihr Wissen. Dadurch wird das Bewusstsein für das Thema Datensicherheit und -schutz unverkrampft gesteigert.

Team 2: Simplifizierung von Datensicherheit für die Nutzer, ist das möglich?

Die zweite Gruppe hatte das Ziel, Datensicherheit und Datenschutz in der Kommunikation zwischen Steuerberatern und Mandanten sinnvoll zu integrieren und ein Tool zu entwickeln, das aufgrund einer einfachen Usability gerne genutzt wird, sodass ein Fauxpas wie das erwähnte Versenden von Belegen per WhatsApp vermieden werden kann. Damit kann dann auch der Steuerberater seiner Pflicht nachkommen, Datenschutzund -sicherheit sowie Verschwiegenheit einzuhalten. Das Ergebnis ist eine App namens „UNIDAT“, die einfache und sichere Kommunikation zwischen Steuerberatern und Mandanten gewährleisten soll. Der Datenaustausch erfolgt dabei über das DATEV Rechenzentrum. Der Name der App resultiert aus einem Wortspiel. „Unidad“ ist Spanisch und steht für Einheit. In Verbindung mit dem Firmennamen DATEV entsteht so ein neues Wortgefüge, das die Vorteile der App symbolisiert: die Kombination der einfachen Übertragung von Daten, der Zentralisierung der Kommunikation sowie der einfachen Bedienung.

Neben dem Datenaustausch bietet UNIDAT unter anderem die Möglichkeit, dass Mandanten in den Dialog gehen können. Hierfür kommt der Chatbot „Dave“ zum Einsatz, der Fragen von Mandanten beantwortet. Um kompliziertere Fragen im direkten Gespräch zwischen Steuerberater und Mandant zu klären, bietet die App außerdem eine Funktion, um Termine zu vereinbaren.

Fazit

Der Seminarrahmen hat uns Studierenden die Möglichkeit gegeben, hautnah am realen Unternehmensgeschehen teilzunehmen und Ideen praktisch umzusetzen. Das ist in der Uni nicht selbstverständlich, denn dort liegt der Fokus meist mehr auf der Theorie. Deswegen sind wir Studierenden uns einig: durch die Kooperation zwischen DATEV und der Uni Erlangen haben wir die Möglichkeit, über den wissenschaftlichen Tellerrand hinauszublicken und neben einem spannenden Seminar vertiefte Einblicke in ein Unternehmen zu erhalten. Das gibt uns zudem die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen, die uns bei der Jobsuche nach dem Studium möglicherweise den Einstieg erleichtern. Alles in allem ein sehr cooles Angebot!

 

Ähnliche Beiträge

Über den Autor

Anna Butzbacher

arbeitet seit Juli 2018 bei DATEV als Werkstudentin in der Abteilung „Lösungen für Unternehmen und Softwarekooperationen“. Außerdem studiert sie im 2. Mastersemester „Sozialökonomik“ an der FAU.