Vom Praktikant zur Führungskraft

Chef auf Probe

von am Donnerstag, 1 August 2019
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Vor etwa sechs Jahren kam ich im Rahmen meines BWL-Studiums als Praktikant zu DATEV in die Personalabteilung und war anschließend als Werkstudent im Einkauf tätig. In dieser Zeit hatte ich viele tolle Einblicke in die spannende Welt der DATEV.

Aufgrund meiner Erfahrungen wollte ich nach meinem Studium direkt bei DATEV anfangen und bin im August 2013 als technischer Einkäufer eingestiegen. Zu Beginn betreute ich die Dienstwagenfahrer der DATEV rund um das Thema Mobilität. Dazu gehörten unter anderem die Bestellung der Fahrzeuge sowie die Beratung bei aufkommenden Fragen während der Nutzungsdauer. Anschließend übernahm ich die Investitionsbeschaffung für unser Druck- und Versandzentrum (Großdrucker, Kuvertieranlagen, Schneidelinien etc.).

Für mich war von Beginn an klar, dass ich mich auch nach meinem Studium weiter fortbilden möchte. Dabei war das Thema Personalarbeit und speziell Führung schon immer äußert interessant für mich – damit habe ich mich schon im Studium gerne beschäftigt. Also beschloss ich, dass ich Führungskraft bei DATEV werden möchte.

Nach einigen Projekten, die ich verantwortete, einem abgearbeiteten Entwicklungsplan sowie etlichen Seminaren zum Thema Führung und einer Job-Rotation im Service, nahm ich Ende 2017 am Personal-Entwicklungsseminar teil. Nach zwei intensiven Tagen Auswahlprozess mit zahlreichen Fragen und Übungen hatte ich bestanden und war natürlich sehr glücklich. Zum einen hatte ich ein für mich großes Ziel erreicht, zum anderen war es die Bestätigung, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.

Auf dem Weg zur Führungskraft hatte ich tolle Unterstützung von meinem damaligen Teamleiter. Er hatte immer wertvolle Tipps für mich und steht mir auch heute noch als Sparringspartner zur Verfügung.

Im Laufe des Jahres 2018 ist dann der Kontakt zur Abteilung „Unified Communications & Media Solutions“, die sich bei DATEV um die interne Kommunikationstechnik kümmern, entstanden. Der verantwortliche Abteilungsleiter erzählte mir bei einem unserer ersten Treffen, er habe eine Teamleiterstelle für mich – allerdings nur befristet, da eine Teamleiterkollegin für ein halbes Jahr ins Sabbatical nach Australien gehen würde. Von Anfang an war klar, dass sie ihr Team nach ihrer Rückkehr wieder übernehmen würde.

Ich war total begeistert von der Idee, obwohl mir sofort einige Fragen in den Kopf kamen: Was mache ich nach dem halben Jahr? Muss ich dann wieder anfangen, eine ganz neue Stelle zu suchen, also wieder von vorne anfangen? Was halten wohl die Mitarbeiter von der Konstellation? Wie ist die Akzeptanz bei den Teammitgliedern?

Erschwerend kam hinzu, dass mir als BWLer die Aufgaben meines Teams komplett fremd waren. Mein neues Team stellte den Service „Telefonie“ für die gesamte DATEV zur Verfügung – hoch technisch und komplex.

Dennoch habe ich für mich die Chance gesehen, einen für mich völlig neuen Bereich und damit zahlreiche neue Themen und Projekte kennenzulernen. Jeder Bereich tickt ja doch ein bisschen anders. Letztendlich war ich überzeugt, dass die gewonnenen Erfahrungen mehr Wert sein würden, als der Aufwand, den ich dafür würde betreiben müssen. Also habe ich mich darauf eingelassen und wurde nicht enttäuscht.

Die ganze Konstellation wäre aber nicht möglich gewesen, wäre da nicht ein riesiger Vertrauensvorschuss mir gegenüber sowie die Unterstützung des ganzen Managements da gewesen. Das zeigt für mich auch mal wieder, wie modern, flexibel und offen die DATEV ist. DATEV unterstützt zum einen die Mitarbeiter bei diversen Lebenswegen bzw. Arbeitszeitkonstellationen, zum anderen empfängt sie neue Kolleginnen und Kollegen offen und gibt ihnen die Chance, sich weiterzuentwickeln und neues auszuprobieren. Zusammengefasst also eine tolle, mutige Entscheidung von allen Beteiligten, auch mal neue, vielleicht untypische Wege zu gehen.

Fazit:

Das halbe Jahr Sabbatical-Vertretung auf Führungsebene war in jeder Hinsicht eine tolle Erfahrung. Ich habe nicht nur einen neuen Bereich, sondern auch zahlreiche neue Kolleginnen und Kollegen, Aufgaben, Arbeitsweisen, Prozesse und Projekte kennengelernt.

Das ganze Modell war aber auch deswegen so erfolgreich, weil sich alle Beteiligten wirklich darauf eingelassen haben, ich toll in der neuen Abteilung aufgenommen wurde und alle sehr hilfsbereit waren. Nicht zuletzt, weil die Teamleiterin mir ein toll funktionierendes Team übergeben und mich vier Wochen lang super auf anstehende Themen vorbereitet hat.

Die Vertretungszeit verging wie im Flug und natürlich konnte ich auch einiges in meiner neuen Rolle als Führungskraft ausprobieren – da war viel Gutes dabei, mit Sicherheit aber auch einiges, das ich jetzt anders machen würde.

Für mich war unter anderem eine tolle Erkenntnis, dass ich nicht immer und überall in aller Tiefe Fachwissen haben muss, um eine gute Führungskraft zu sein. Die Experten sind sowieso im Team vorhanden und es ist wichtig, dass man den Teammitgliedern Vertrauen schenkt und die nötigen Freiräume lässt.

Ab August 2019 wird es in der Abteilung Unified Communication & Media Solutions ein neues, zusätzliches Team geben, welches ich übernehmen werde: Office & SharePoint Solutions. Nun steht für uns erst einmal im Vordergrund, die neuen Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung willkommen zu heißen, die Weichen für ein Zusammenwachsen der neuen Abteilung zu stellen und eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu fördern. Ich freue mich riesig auf die, nun wiedermal neue Herausforderung.

 

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Über den Autor

Robert Pätzold

ist seit 2013 bei DATEV. Damals ist er mit einem Praktikum im Personalbereich eingestiegen und war danach Werkstudent im Bereich Finanzen und Einkauf. Dort ist er nach seinem Studium auch als Mitarbeiter eingestiegen. Heute ist Robert Teamleiter im Unified Communication Team.