Der Grandseigneur des DATEV IV Foyers – eine Verneigung

Schuld an allem ist nur Herr Popp

von am Montag, 4 Mai 2020
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Dies ist ein sehr persönlicher Text, denn er ist eng mit meiner eigenen beruflichen Laufbahn verwoben. Und ein kleiner Disclaimer vorab: Er ist absolut ehrlich, kann aber trotzdem Spuren von Ironie enthalten. Ja, ich glaube, das geht.
Beginnen wir mit der Headline: Die Tatsache, dass ich bei DATEV gelandet bin, liegt nämlich letztlich vor allem an Herrn Popp, dem netten Herrn aus dem Foyer in DATEV IV, der die Menschenströme morgens und abends an sich vorbeiziehen sieht. Das ist die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Wenn ich euch also zu sehr auf die Nerven gehe, euch in den Wahnsinn treibe und ihr mich verwünscht – bedankt euch bitte bei ihm.

Als ich mein erstes Vorstellungsgespräch bei DATEV hatte, lagen bereits Gespräche bei anderen Unternehmen hinter und auch noch vor mir. Wenn man innerhalb weniger Wochen mehrere Gespräche führt, bekommt man relativ schnell ein ganz gutes Gespür dafür, wie ein Unternehmen wohl tickt und was für eine Unternehmenskultur vorherrschend ist.

Ich stehe also am Tag meines Vorstellungsgesprächs vor den drei Schiffen von DATEV IV und denke für mich: Willst Du wirklich für diese Steuerfirma arbeiten? Zweifel schwirren durch meine Gedanken, während ich die Straße überquere und auf den Eingang zusteuere. Flugs durch die Drehtür, die paar Stufen hinauf und geradewegs auf ihn zu. Auf den Herrn des Foyers. Den Gamechanger. Den Mann, der gleich mein Leben zumindest insofern verändern wird, als er eine für mich wichtige Entscheidung nicht unmaßgeblich mitprägen wird.

„Guten Tag“, begrüße ich ihn und er grüßt zurück. Höflich, distinguiert, so wie es eben seine Art ist. „Ich habe einen Termin mit Herrn Pohl“, fahre ich fort. Und dann passiert es. Er sagt: „Herr Öchsler, hier ist Ihr Besucherausweis. Schön, dass Sie da sind. Viel Erfolg für Ihr Gespräch.“ Das war‘s. So einfach kann Freundlichkeit sein. Ich bin verblüfft und jetzt schon überzeugt davon, dass ich hier arbeiten möchte. Was muss das für eine Unternehmenskultur sein, wenn schon der Empfang so herzlich ist?

Ich kenne Empfangsbereiche anderer Unternehmen, bei denen man mit rustikaler fränkischer Höflichkeit schnellstmöglich abgefertigt wird und bei denen jeder Dialog mit einem unausgesprochenen, nonverbalen „und jetzt schaust, dass di schleichst!“ endet. Oder Entrees – bevorzugt in Agenturen und Firmen, die sich Hipness auf die Fahnen geschrieben haben – bei denen hinter zentimeterdicken Schminkschichten maskierte, leicht überforderte Android-ähnliche Roboter in Stellung gebracht wurden, die vor allem ein Programm perfekt beherrschen und herunterschnurren: Abwimmeln.

Ich will fair sein: Beim anschließenden Vorstellungsgespräch mit den DATEV-Kollegen haben die sich schon auch von ihrer halbwegs sympathischen Seite gezeigt. 😉 Den angebotenen Arbeitsvertrag habe ich bekanntermaßen unterschrieben. Und wenn ich jetzt – jedes Mal, egal an welchem Standort – an einem Empfang vorbeilaufe, werde ich freundlich und ausgesprochen höflich begrüßt. Und das nicht nur von Herrn Popp. Ein USP, den sich DATEV unbedingt bewahren sollte.

In diesen Corona-Tagen denke ich oft an die Kollegen, die über die halb verwaisten Standorte wachen und zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk ihren Dienst tun: Wie es ihnen wohl gerade geht? Wie es wohl vor Ort gerade aussieht? Und deshalb habe ich das Smartphone in die Hand genommen und zwei von ihnen angerufen und ihnen genau diese Fragen gestellt. Herrn Leigeber – und, natürlich, Herrn Popp.

 

„Es muss ja alles glänzen“

Diesen Mann kennt wohl nahezu jeder, der einmal DATEV IV, DATEV III oder das Schulungszentrum betreten hat. Wolfgang Popp wacht zusammen mit seinen Kollegen über den Empfang und hat sich durch seine freundliche, offene und zugewandte Art in 18 Jahren DATEV den Ruf eines Grandseigneurs redlich erarbeitet. Während über 6.000 Kolleginnen und Kollegen gerade aus dem Home-Office schalten und walten, ist Herr Popp weiterhin unermüdlich im Einsatz. Wir erreichen ihn telefonisch während der Frühschicht bei DATEV IV.

Guten Morgen Herr Popp, wie geht’s Ihnen?

Danke, mir geht’s gerade sehr gut. Die Sonne scheint, ich habe positive Gefühle. Eine Kollegin von der Reinigungsfirma ist momentan hier unten bei mir im Foyer und bringt alles auf Vordermann. Bei DATEV muss ja alles glänzen.

Was sind derzeit Ihre Aufgaben?

Meine Kollegen und ich überprüfen weiterhin die Zu- und Abgänge in die Standorte. Momentan haben wir verstärkt Handwerker im Haus. Diese Zeit, in der wenig Mitarbeiter vor Ort sind, lässt sich ganz gut nutzen, um kleinere Reparaturen durchzuführen. Wir händigen Schlüssel aus oder öffnen mal einen Raum oder ein Büro, in dem etwas gemacht werden soll. Generell ist es momentan aber schon sehr ruhig. Was ich vermisse, sind die sozialen Kontakte. Normalerweise wuselt es hier morgens wie in einem Ameisenhaufen. Momentan laufen nur noch so 30 bis 40 Menschen an mir vorbei. Ich schätze das schon sehr, wenn man auch gebraucht wird. Wenn eine Kollegin zu mir kommt und etwa eine Lieferung ankündigt. Das ist alles gerade etwas runtergefahren.

Ist das dann nicht gerade langweilig?

Man kann sich ja auch so beschäftigen. In unserem Sicherheitshandbuch gibt es immer mal wieder Neuerungen, die arbeitet man in solchen Zeiten dann durch. Und man muss ja trotzdem aufmerksam sein. Vergangene Woche etwa haben wir bei einer Kollegin Erste Hilfe geleistet. Man ist also schon gefordert.

Sind Sie und Ihre Kollegen eigentlich rund um die Uhr vor Ort?

Mein Haupteinsatzort ist DATEV IV, ich helfe aber auch ab und zu in DATEV III oder im Schulungszentrum aus. In DATEV IV sind wir zwischen 5:15 Uhr und 22:30 Uhr präsent, natürlich aufgeteilt auf zwei Schichten.

Ganz pragmatisch gefragt: Wie kommen Sie an etwas zu essen?

Die Zwischenverpflegung in DATEV IV hat von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Für die Spätschicht wird sogar ein Lunchpaket zur Verfügung gestellt. Also verhungern tut bei DATEV wirklich keiner.

Wie geht es Ihren Kollegen?

Alle meine Kollegen sind glücklicherweise gesund. Und auch die Stimmung bei uns ist gut. Wir machen das Beste aus der Situation.

Viele DATEV-ianer vermissen Sie. Gibt es von Ihnen eine Botschaft, die Sie den Leuten im Home-Office mit auf den Weg geben möchten?

Wir vermissen die Kollegen auch, wie gesagt, die sozialen Kontakte fehlen uns schon. Daher auf diesem Weg an alle schöne Grüße, bleibt gesund – ja, das ist mein größter Wunsch: Dass wir uns alle gesund wiedersehen!

Herr Popp, bleiben auch Sie gesund und hoffentlich bis bald! Vielen Dank für das Gespräch!

 

 

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Über den Autor

Michael Öchsler

ist seit September 2019 mit an Bord bei DATEV und kümmert sich mit um die Kommunikation von HR-Themen wie Personal und Karriere. Der Kommunikationswissenschaftler hat zuvor bereits berufliche Erfahrungen im Bereich Unternehmenskommunikation und Marketing gesammelt. Seine Freizeit verbringt er am liebsten in den Alpen, wo er im Sommer Hügel erklimmt, um sie im Winter auf zwei Brettern hinab zu brettern (zwischendurch ist er auch mal hier).