Die Neuerfindung der Nachhaltigkeit

von am Donnerstag, 11 Oktober 2012
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Mit der Nachhaltigkeit ist das so eine Sache. Der Begriff wird vielfältig, ja nahezu inflationär verwendet. Wenn etwas mit dem Adjektiv ,nachhaltig‘ verbunden wird, dann ist es auf der sicheren Seite, auf der Seite des Guten.

Die Neuerfindung der NachhaltigkeitDerzeit muss alles irgendwie nachhaltig sein: die Politik, die Wirtschaft, der private Konsum. Der Begriff Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Doch was genau meint Nachhaltigkeit? Langfristigkeit und Beständigkeit verbindet man im Allgemeinen mit dem überlegten Einsatz endlicher Ressourcen. Das alles ist nichts Neues. Was also hat den Hype um die Nachhaltigkeit ausgelöst? Vermutlich ist es die Tatsache, dass es in Wahrheit doch um mehr geht als um Allgemeinplätze. Es geht um unsere zukünftigen Lebensbedingungen und um mehr gesellschaftliche Verantwortung heute. Dies scheint sich nun auch in den Köpfen der Menschen festzusetzen.

Grün ist cool

Qualitative Werte sind angesagt. Grün ist cool. Produkt- und Firmenwerbung schmücken sich mit grünem Bewusstsein. Denn immer mehr Verbraucher suchen nach dem moralischen Wert von Produkten. Es ist Ihnen keineswegs gleichgültig, unter welchen Bedingungen ein Produkt entstanden ist. Das Einhalten fairer Handelspraktiken, umweltschonende Produktion und sozialverantwortliche Wertschöpfung gehören heute ebenso zu gefragten Produktmerkmalen wie Preis, Qualität und zeitgemäßes Design. Auch Investoren und Aktionäre denken um.

Steigendes Nachhaltigkeitsbewusstsein

In der Wirtschaft breitet sich folglich das Nachhaltigkeitsbewusstsein immer mehr aus. Insbesondere findige Jungunternehmer bauen auf das Thema oder machen es gleich ganz zum Gegenstand ihres Wirkens. Unter www.wegreen.de beispielsweise findet man die erste Suchmaschine, die nicht nur beim grünen Einkaufen hilft, sondern rasch und verständlich Auskunft zur Nachhaltigkeit von Produkten, Marken, Arbeitgebern etc. geben kann. Das neu gegründete Unternehmen WeGreen erhielt in diesem Jahr den Förderpreis der deutschen Wirtschaft für Entrepreneure von der Initiative DEUTSCHLANDUNTERNEHMERLAND 2012, die von der Stiftung der deutschen Wirtschaft für Arbeit und Beschäftigung (SWAP) getragen wird. DATEV engagiert sich seit geraumer Zeit für diese Initiative. Bei der Preisverleihung, die am 21. September in Berlin stattfand, war ich von dem Unternehmergeist und den Ideen der Gründer begeistert. Gerade weil die DATEV – vor 46 Jahren selbst einmal ein Startup – nicht nur ein grünes Logo hat …

Bild:  ©Petra Bork, Pixelio

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Über den Autor

Jörg von Pappenheim

begann nach dem Studium der Rechtswissenschaften seine berufliche Laufbahn im Personalbereich bei Siemens. Anfang 1997 wurde er Personalchef des Rodenstock-Konzerns in München. Seit 2004 ist er Mitglied des Vorstandes der DATEV eG. in Nürnberg, IT-Dienstleister für Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer sowie deren Mandanten. Zu seinem Ressort gehören die Bereiche Personal, Gebäude und Umwelt.

Über wechselnde Unternehmen hinweg galt sein Hauptinteresse immer den Menschen im Unternehmen, dem Wandel und der Nachhaltigkeit. In Fachbüchern, Artikeln und Vorträgen bezieht er Stellung zu nachhaltiger Unternehmensführung und strategischer Personalarbeit. Jörg Rabe von Pappenheim ist verheiratet und hat drei Kinder. In der Freizeit liebt er das Joggen, Skifahren und Reisen.