Change = Chance?!

von am Mittwoch, 23 Januar 2013
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Nun ist das neue Jahr noch nicht mal drei Wochen alt und trotzdem haben sich die meisten unserer guten Vorsätze – wie eigentlich jedes Jahr – schon in Luft aufgelöst. Es bleibt meistens die Erkenntnis, dass Veränderungen alles andere als leicht fallen.

Aber ist das wirklich so? Und wenn ja, warum fallen uns Veränderungen so schwer?

Nun, der Mensch ist eben ein sehr pragmatisches Gewohnheitstier. Gehirnforscher sagen, 85% der Menschen möchten, dass alles so bleibt wie bisher. Will heißen, Veränderungen macht der Mensch dann mit, wenn es sein muss, nicht jedoch ohne weiteres und ohne Grund – schon gar nicht, nur weil ein neues Kalenderjahr ansteht.

Change Management bei DATEV

Aber oftmals müssen Veränderungen eben sein. Das gilt für den Einzelnen genauso wie für die Gesellschaft – und natürlich auch für Unternehmen. Wandel sei die einzige Konstante, heißt es. In Bezug auf die Entwicklung eines Unternehmens spricht man in diesem Zusammenhang von Change Management. Dies impliziert bereits vom Begriff her eine oktroyierte Veränderung. Der Arbeitgeber gibt vor, der Mitarbeiter muss folgen. Bedenkt man das eingangs Gesagte, steht man nun vor folgendem Problem: der Mitarbeiter wird die Veränderung zwar hinnehmen, weil er muss, er wird sie aber nur dann auch leben, wenn er den Sinn darin erkennt und motiviert ist.

Bei Bedarf nach Veränderung sollte also der Grund transparent werden. Beispielsweise können gesellschaftliche Trends der Auslöser für Veränderungsbedarf im Unternehmen sein. Ein schlagkräftiges Beispiel ist hier der Einsatz von Social Media. Superschnelle Informationsbeschaffung, Wissensteilung, der schnelle informelle Austausch untereinander – das alles hat in der Gesellschaft mit Facebook, Wikipedia, Twitter, etc. längst Einzug gehalten. Die Unternehmen müssen diesen gesellschaftlichen Trend in ihre Organisation aufnehmen und sich öffnen. Sie können sehr davon profitieren. Prozesse werden effektiver, Netzwerke größer, die Arbeit flexibler, Ergebnisse besser. So können mehr Menschen – über die Unternehmensgrenzen hinaus – an Ideen und Innovationen mitwirken. Der betriebliche Einsatz von Social Media bedeutet aber auch einen großen Einschnitt in die bestehende Arbeitskultur eines Unternehmens. Langjährig gelebte Arbeitsweisen ändern sich grundsätzlich, der Umgang mit den neuen Werkzeugen muss erst erlernt werden. Jeder einzelne muss willens sein, die Veränderung mit zu tragen, das heißt, er/sie sollte für sich persönlich Chancen im Wandel sehen können.

Den gemeinsamen Willen zur Veränderung zu erzeugen, ist die große Herausforderung für den Arbeitgeber beim Change Management. Die Einführung von großen Veränderungen sollte in jedem Fall wohl überlegt sein und nicht nur einer (Silvester-) Laune entspringen.

Über den Autor

Jörg von Pappenheim

begann nach dem Studium der Rechtswissenschaften seine berufliche Laufbahn im Personalbereich bei Siemens. Anfang 1997 wurde er Personalchef des Rodenstock-Konzerns in München. Seit 2004 ist er Mitglied des Vorstandes der DATEV eG. in Nürnberg, IT-Dienstleister für Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer sowie deren Mandanten. Zu seinem Ressort gehören die Bereiche Personal, Gebäude und Umwelt.

Über wechselnde Unternehmen hinweg galt sein Hauptinteresse immer den Menschen im Unternehmen, dem Wandel und der Nachhaltigkeit. In Fachbüchern, Artikeln und Vorträgen bezieht er Stellung zu nachhaltiger Unternehmensführung und strategischer Personalarbeit. Jörg Rabe von Pappenheim ist verheiratet und hat drei Kinder. In der Freizeit liebt er das Joggen, Skifahren und Reisen.