Zwölf FAU-Studenten greifen im Rahmen einer Seminararbeit Themen des DATEV-Lab auf und entwickeln eigene Ideenansätze.

Mittendrin statt nur dabei

von am Montag, 16 Dezember 2019
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Auf den Berg der Erkenntnis führt ein relativ steiler Weg, zumindest in Nürnberg. Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, für Einheimische seit jeher schlicht und einfach die „WISO“, thront über der Altstadt. Der Anknüpfungspunkt zur DATEV? Vielfältige Beziehungen verbinden das Mutterschiff der WISO, die Friedrich-Alexander-Universität, mit dem IT-Unternehmen. Diese Kooperationen mit Hochschulen und Universitäten sind nicht nur deshalb sinnvoll, um frühzeitig geeigneten Nachwuchs an die DATEV heranzuführen. Studierende bringen mit ihrem Blick von außen neue Impulse und hinterfragen Dinge und Abläufe noch einmal ganz anders.

Mit dem Lehrstuhl für Industrial Management von Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt und dessen wissenschaftlichem Mitarbeiter Oskar Pakos, M.Sc., besteht einer dieser Anknüpfungspunkte im Rahmen eines Kooperationsseminars, im konkreten Fall direkt mit CEO Dr. Robert Mayr von Seiten der DATEV. Studierende arbeiten regelmäßig im Rahmen von Seminararbeiten mit der Genossenschaft zusammen. Das DATEV Lab unterstützt die Studierenden dabei, Zukunftsthemen werden so im Rahmen der Semesterarbeiten aufgegriffen.

Wir haben uns mit Melanie Witt, Gizem Körner und Lars Friedrich zum Gespräch getroffen.

 

Was genau studiert ihr?

Melanie: Wir sind alle Studierende der FAU im Masterstudiengang Management. Ziel des Studiengangs ist es, praxisrelevante Managementprobleme mit wissenschaftlichen Methoden zu lösen. Lars und ich sind im ersten Semester, Gizem ist im dritten Semester.

Wie kam der Kontakt zur DATEV zustande?

Gizem: Die Kooperation läuft über den Lehrstuhl und das Management-Studium. Bei mir ist es zusätzlich so, dass ich das Studium berufsbegleitend mache und tatsächlich auch bei der DATEV arbeite, als Produktmanagerin bei BA-B511 im Geschäftsfeld Rechnungswesen. Dort betreue ich Online- & Präsenz-Seminare zum Unternehmensmarkt.

Ihr seid insgesamt zwölf Studenten, die in diesem Semester mit dem DATEV Lab kooperieren. Und Euch ist eine besondere Ehre zuteil geworden mit einer Begrüßung durch den CEO. Wie lief das ab?

Lars: Wir sind im IT-Campus empfangen worden, Dr. Mayr hat die DATEV mit ihren einzelnen Geschäftsbereichen vorgestellt und die Felder aufgezeigt, in denen die DATEV aktiv ist. Dann ging es um die Themen, die im Lab bearbeitet werden und denen wir uns auch in diesem Semester widmen – und wie sie perspektivisch mit in die DATEV integriert sein sollen. Sehr sympathisch war auch, dass jeder von uns eine kleine Geschenktüte zur Begrüßung bekommen hat mit Kulis, einem Webcam-Blocker und anderen Sachen.

Was sind das für Themen, mit denen Ihr zu tun haben werdet?

Gizem: Es sind Zukunftsthemen, die generell im DATEV Lab bearbeitet werden. Internet of Things, also das vernetzte Zusammenspiel verschiedener Geräte, künstliche Intelligenz und Future Payment – wie könnten Bezahlsysteme der Zukunft aussehen?

Ihr habt drei Tage im DATEV Lab verbracht und hier gearbeitet. Wie lief das ab? Und was nehmt Ihr daraus für Euch mit?

Melanie: Wir haben zuerst inhaltliche Impulse bekommen für diese drei Themenblöcke. Grundsätzliche Vorträge, damit man sich etwas darunter vorstellen kann. Danach haben wir uns in drei Gruppen aufgeteilt, jede Gruppe hat sich einem Thema gewidmet. Wir konnten frei wählen und jeder konnte sich dem Thema zuwenden, das ihn am meisten interessiert. Wir hatten ziemlich viel Zeit, um zu recherchieren und uns auszutauschen und durften die ganze Infrastruktur des DATEV Lab mitnutzen. Eine wirklich schöne Umgebung, in der man gut kreativ sein konnte.

Wie ging‘s dann weiter?  

Lars: Am zweiten Tag gab es einen Vortrag einer Steuerberaterin, die uns einen Einblick darüber vermittelt hat, wie sehr sich das Berufsbild gegenwärtig wandelt. In unseren einzelnen Gruppen konnten wir dann mit DATEV-Kollegen aus dem Lab sprechen, die uns als thematische Ansprechpartner für Rückfragen und als Berater zur Verfügung standen. Anschließend sind wir mit dem Explore & Create-Prozess gestartet und haben Ideen generiert. Wir sind dabei nach der Methode „Design Thinking“ vorgegangen, die uns auch als Impuls vermittelt worden ist. Die Erkenntnis dabei: Nicht jede Idee muss gleich final sein, wir haben auch immer wieder Schleifen gedreht, Sachen verworfen oder verfeinert.

Am dritten und letzten Tag hat jede unserer Gruppen eine kurze Zwischenpräsentation über den aktuellen Projektstand gegeben. Mit dabei waren Kollegen aus dem DATEV Lab, aus der DATEV und unsere Themenpaten. Wir haben direkt Feedback zur Umsetzbarkeit unserer Ideen erhalten. Das war wirklich sehr hilfreich und konstruktiv, die Hinweise, was man bedenken könnte. Wir konnten da gut etwas damit anfangen.

Was war besonders interessant für Euch während dieser drei Tage?

Melanie: Es war spannend, einen Design-Thinking-Prozess mal real zu erleben und nicht nur in der Uni, also aus dem Lehrbuch. Der Prozess läuft ja wie eine Schleife und man muss öfter auch mal Ideen über Bord werfen. In unserer Gruppe sind wir den ersten halben Tag lang zuerst in eine völlig falsche Richtung gelaufen. Wir haben dann nochmal neu angesetzt und es war spannend zu beobachten, wie schnell wir dann waren. Wie viele Ideen in einer kleinen Gruppe in kurzer Zeit generiert werden können. Toll war auch, vollkommen fokussiert arbeiten zu können und viel Zeit für ein Thema zu haben und nicht ständig durch andere Sachen unterbrochen zu werden, wie es ja sonst oft im Alltag ist. Sondern dass man sich ausschließlich einem Thema widmen konnte.

Gab es auch Sachen, die nervig waren oder frustriert haben?

Melanie: Nach dem zweiten Tag gab es für uns zuerst ein kleines Zwischentief, aber das war wirklich schnell überwunden. Unsere Themenpaten haben uns immer Hilfe gegeben, wenn wir nicht weitergekommen sind und so haben wir in der kurzen Zeit wirklich viel geschafft.

Was habt Ihr für einen Eindruck von DATEV bislang gewonnen?

Lars: Es ist ein unglaublich strukturiertes Unternehmen, gleichzeitig gesteht man den Mitarbeitern aber auch viel Freiraum zu. Ich kenne jetzt nur das DATEV Lab, aber hier wirkt das Unternehmen sehr jung, die Mitarbeiter sind offen, es gibt eine sehr positive und zeitgemäße Unternehmenskultur, die ich spannend finde. Das Lab wirkt wie eine gut funktionierende Innovationsschmiede mit den richtigen Leuten an der richtigen Stelle.

Wie geht’s jetzt weiter mit Euren Projekten?

Gizem: Wir haben jetzt bis Ende Januar Zeit, die Projekte weiter auszuarbeiten. Wir treffen uns regelmäßig und schreiben auch eine Seminararbeit. Am 28. Januar gibt’s dann eine Abschlusspräsentation im Lab mit anschließender Diskussion.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg weiterhin mit Euren Projekten!

Über den Autor

Michael Öchsler

ist seit September 2019 mit an Bord bei DATEV und kümmert sich mit um die Kommunikation von HR-Themen wie Personal und Karriere. Der Kommunikationswissenschaftler hat zuvor bereits berufliche Erfahrungen im Bereich Unternehmenskommunikation und Marketing gesammelt. Seine Freizeit verbringt er am liebsten in den Alpen, wo er im Sommer Hügel erklimmt, um sie im Winter auf zwei Brettern hinab zu brettern (zwischendurch ist er auch mal hier).