Besondere Berufe: Archivarin bei DATEV

Ein wenig nostalgisch, aber nie gestrig

von am Dienstag, 17 Januar 2017
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In einer unserer letzten Redaktionssitzungen des Blog-Teams riss ich mir den neuesten Beitrag aus der Rubrik „Besondere Berufe bei DATEV“ unter den Nagel, da ich schon lange die Person kennenlernen wollte, die hinter der Berufsbezeichnung „Archivarin“ steckt.

Als wir uns dann zum Interview und anschließendem Fotoshooting verabredeten, wurden meine Erwartungen noch übertroffen. Denn wenn man Carolin Porzelt trifft, so begegnet man einer Frau, die den Esprit und die Eleganz vergangener Tage versprüht, ohne jedoch unmodern zu wirken.

Sie ist nunmehr seit 2010 als Archivarin tätig und man bemerkt schnell, mit welcher Begeisterung sie jeden Tag in die Geschichte der DATEV eintaucht.

Aber was macht eine „Archivarin“ überhaupt?

Frau Porzelt beschreibt ihren Beruf als Detektivarbeit, bei der sie aufgrund eines bestimmten Anlasses – zum Beispiel unseres 50-jährigen Jubiläums – Videos, Fotos, Schriftgut und historische Objekte auswertet oder auch Interviews mit Zeitzeugen abhält.

Die unterschiedlichsten Eingangskanäle bündelt Frau Porzelt und ordnet Sie in den historischen Kontext ein. Sie ist quasi der historische Informationsdienstleister der Firma.

Ein Ergebnis dieser Vergangenheits-Recherche ist beispielsweise die DATEV-Chronik, ein jährlicher Sammelband der DATEV-Geschichte, die allen Mitarbeitern und Mitgliedern zur Verfügung steht. Wobei den „alten Hasen“ die Möglichkeit gegeben wird, vergangene Zeiten wieder zu durchleben und so jungen Hüpfern (wie mir) gezeigt wird, welch großartige Dinge früher geleistet wurden.

Die Gegenwart archivieren, um in der Zukunft die Vergangenheit bewahren zu können

Ihr Sammelsurium verteilt sich auf vier Räume, die wiederum insgesamt 1.200 Meter Regal fassen. Und wenn man so die Reihen der Archiv-Schränke voller Geschichte und Relikte der Vergangenheit entlangschlendert, wird einem der Umfang und Wert dieser Sammlung erst richtig bewusst. Während wir uns gemeinsam den Weg durch die unterschiedlichen Archive bahnten, gelang es Frau Porzelt stets fachmännisch die Relevanz der Herkunft für die Zukunft unserer Firma zu betonen.

Auf die Frage hin, was denn die skurrilsten Objekte ihrer Sammlung seien, legte Frau Porzelt routiniert eine Schusswaffe auf den Tisch. Dabei handelte es sich um eine unschädlich gemachte Pistole, die die Fahrer von Herrn Dr. Heinz Sebiger (ehemaliger Vorstandsvorsitzender und Gründer der DATEV) trugen, um sich vor möglichen Übergriffen der RAF zu schützen.

Weniger besorgniserregend war das zweite Objekt, dass Carolin Porzelt auf ihrem Schreibtisch platzierte: eine grün eingefärbte Brille.

Was es damit auf sich hat? Naja, früher wurde Text auf Computern vor allem in grüner Schrift, auf schwarzem Hintergrund dargestellt, was auf Dauer eine ziemliche Anstrengung für die Augen wurde. So kamen spezielle Bildschirmbrillen auf, um die tägliche Arbeit beschwerdefreier zu gestalten. Diese gibt es heute noch, nur haben sie keine grünen Gläser mehr.

Neben diesen zwei Beispielen befinden sich natürlich noch viele weitere Schätze in den Weiten des Archivs und wenn mir beim Durchstöbern der DATEV-Geschichte eins klar geworden ist, dann wohl, dass DATEV schon früher, wie auch heute ein Arbeitgeber ist, auf den man stolz sein kann!

P.S.: Hier noch ein kurzes Video-Portrait über unser „Unternehmensgedächtnis“:

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Über den Autor

Kevin Kaiser

Kevin Kaiser

Kevin Kaiser ist seit September 2014 Teil der DATEV-Familie und hat sich, obwohl er erst Kunsthistorik und Germanistik studieren wollte, für ein Verbundstudium der Wirtschaftswissenschaften bei der DATEV entschieden. Wie das Leben eben manchmal so spielt.
In seiner Freizeit geht Kevin häufig ins Fitnessstudio, liest, kocht asiatisch oder engagiert sich politisch.