Kollege, Herbert Leigeber, berichtet über den Arbeitsalltag im Betriebsschutz

Arbeit haben wir immer

von am Dienstag, 19 Mai 2020
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Betriebsschutz, fast ein wenig martialisch hört sich dieses Wort an. Dabei ist es irgendwie logisch, dass hochsensible Bereiche wie das DATEV-Rechenzentrum mit zahlreichen Unternehmensdaten oder auch das Digital & Print Solution Center schutzbedürftig sind. Ganz gleich, ob es um Einbruch-, Feuer- oder Gebäudeleittechnikalarm geht: Die Kollegen des Betriebsschutzes sind auf alle Eventualitäten vorbereitet. Herbert Leigeber, einer von ihnen, wirkt beim Interview am Telefon gar nicht martialisch, sondern sehr höflich und bedacht.

Herr Leigeber, vielen Dank für Ihre Zeit. Wie geht’s Ihnen?

Danke, mir geht’s gut. Ich bin gesund. Sie erreichen mich gerade in DATEV IV in der AES, unserer Alarm-Empfangsstelle.

Was ist hier Ihre Aufgabe?

Ich bin gerade Wachleiter für die Frühschicht. Wir sind hier für DATEV III und DATEV IV zuständig und wechseln im Drei-Schicht-Betrieb durch. Für unsere Arbeit ändert sich gerade gar nicht so viel. Klar, der Personenverkehr ist deutlich geringer, es gibt auch weniger Anrufe. Die restlichen Aufgaben sind aber unverändert. In der Frühschicht ist das der Publikumsverkehr, den es ja trotzdem gibt, wenn auch wesentlich geringer. Der Lieferverkehr läuft nach wie vor. Während der Spätschicht führen wir wie gehabt unsere Rundgänge durch, gehen durch die Sicherheitsbereiche, Druck, Versand und Produktmateriallager, runter in den Keller, auf den Dachboden, in die Technikräume, in Büros. Wir drehen unsere Außenrunden, überwachen auch die Parkflächen. Unsere Arbeit an sich bleibt also gleich. Durch den geringeren Publikumsverkehr fühlt es sich für uns nur eher an wie Wochenend- oder Feiertagsbetrieb oder wie eine Nachtschicht.

Wie viele Leute betreten momentan noch die Standorte?

Wir hatten vergangenen Montag über alle Standorte hinweg 560 Leute vor Ort. Knapp die Hälfte davon ist hier bei DATEV III im Druckzentrum. Dort wird ja auch im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet, es findet also zweimal täglich ein Wechsel statt. Man merkt schon einen Unterschied zur Normalität. Natürlich ist auf den Gängen viel weniger los als sonst. Und während sich bis vor Kurzem Leute manchmal um den Hals gefallen sind, weil sie sich einen Tag lang nicht gesehen haben, bleiben die Leute, wenn es denn mal zu einer Begegnung kommt, schon erkennbar eineinhalb bis zwei Meter auf Abstand zueinander.

Haben Sie normale Schichten oder sind Sie personell ausgedünnt gerade?

Wir fahren ganz normal unseren Dreischichtbetrieb. Bis auf zwei Kollegen, die sich nach ihrer Urlaubsrückkehr für 14 Tage in freiwillige Quarantäne begeben haben, haben wir auch unseren ganz normalen Personalstand. Die Stimmung bei uns ist auch gut. Die Arbeiten und Abläufe sind für uns wie gewohnt.

Passieren auch skurrile Dinge?

Skurril vielleicht nicht. Wir bekommen derzeit häufiger Anrufe, weil Kollegen etwas im Büro vergessen haben und das jetzt im Home-Office benötigen. Kürzlich gab es den Anruf einer Kollegin, die in Bayreuth lebt. Die hat ihr Headset im Büro vergessen und wollte nicht extra dafür nach Nürnberg fahren. Das haben wir für sie geholt und ihr ins Home-Office zugesandt.

Gibt es etwas, das Sie sich wünschen und dass Sie den Kollegen im Home-Office mit auf den Weg geben möchten?

Ich hoffe sehr, dass diese Phase bald wieder zu Ende ist und wir zur Normalität zurückkehren können. Den Kollegen im Home-Office wünsche ich, dass Sie trotz möglichem Stress zu Hause, sich parallel zum Job auch um die Kinder zu kümmern, Spaß an der Arbeit haben. Und natürlich, dass wir alle gesund bleiben. Gesundheit ist einfach das Wichtigste!

Vielen Dank für das Gespräch!

 

 

Über den Autor

Michael Öchsler

ist seit September 2019 mit an Bord bei DATEV und kümmert sich mit um die Kommunikation von HR-Themen wie Personal und Karriere. Der Kommunikationswissenschaftler hat zuvor bereits berufliche Erfahrungen im Bereich Unternehmenskommunikation und Marketing gesammelt. Seine Freizeit verbringt er am liebsten in den Alpen, wo er im Sommer Hügel erklimmt, um sie im Winter auf zwei Brettern hinab zu brettern (zwischendurch ist er auch mal hier).