Es war einmal… eine Hommage an längst vergangene Zeiten – oder: Nervennahrung, Schulaufgaben und Berge von Karteikarten

von am Dienstag, 2 Februar 2016
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Zur Ausbildung gehört Berufsschule und zur Berufsschule gehört lernen. Das kann manchmal lästig sein, aber man entwickelt da so seine eigenen Strategien.DATEV_BüromaterialLernen

 

 

 

 

200 Karteikarten später…

Es gab durchaus Zeiten, in denen ich (zugegebenermaßen mit einem gewissen Stolz) behauptet habe, die Zeiten von Karteikarten und liebevoll unter dem Kopfkissen drapierten Formelsammlungen sind passé. Da hatte ich mich allerdings zu früh gefreut. Zehn Jahre nach meiner (mehr oder minder) erfolgreichen Schulkarriere, sind die Karteikarten wieder zu meinen ständigen Begleitern geworden – als ich letzte Woche allerdings einige Karten im Kühlschrank und im Wäschesack wiederentdeckt habe, bin ich dann doch ein wenig erschrocken. Man stelle sich vor, man öffnet abends den Kühlschrank um sich noch das ein oder andere Joghurt zu gönnen und stößt dabei unerwartet auf die vier Phasen des Projektablaufes… Nein! Genug ist genug!

Red Bull verleiht Flügel… und Hirn?

Red-Bull_2Red Bull ist währenddessen zu meinem besten Freund geworden – wir sind von Sie zum Du übergegangen und verbringen sehr viel Zeit miteinander. Wie ich in letzter Zeit allerdings feststellen musste, bringt mir der Genuss eines Döschens regelmäßig den bösen Blick der Rechnungswesenfee ein – ist ja auch ungesund, das Teufelszeug! Aber wenn man nachts nicht mehr schlafen kann, weil das Buch zur Vorbereitung auf die Zwischenprüfung im Nacken drückt, dann lässt sich die ein oder andere Dose leider nicht vermeiden.

Morgens halb 10 bei Johanna!

KnoppersMeine Freundin Johanna hat mich indes darum gebeten, an dieser Stelle ein besonders einschneidendes Erlebnis zu erwähnen: Johanna hat einen unstillbaren Appetit nach Knoppers. Dabei ist es ihr auch völlig egal, ob es gerade 8 Uhr morgens oder 22 Uhr Abends ist – der Slogan „morgens um halb 10 in Deutschland“ zieht bei Johanna nämlich nicht. Nach einem ausgewogenen Frühstück, das bei unserer Chaosqueen meist aus Nutellaeinem Nutellabrot besteht, das sie wahlweise bei ihrer Oma im Garten liegen lässt oder liebevoll in ihrem Auto verteilt, stand Johanna also wie jeden Morgen am Pausenverkauf. Und da geschah das Unfassbare: Das Knoppers war aus! Ein Liter Kakao und ein mittägliches Frust-Futtern bei unserem Lieblings-Burgerladen mussten der aufkommenden schlechten Laune Abhilfe schaffen. Das hat nur bedingt funktioniert und wir alle sind froh, diesen Tag überlebt zu haben!

Mr. Bumble legt Wert auf Ordnung!

Suzuki-SwiftNein, Mr. Bumble ist keiner unserer geschätzten Lehrkörper, sondern Selinas Suzuki Swift. Der kleine Flitzer fährt uns notfalls auch mal zu fünft zurück nach Fürth und Nürnberg, auch wenn er sich dann zuweilen ganz schön anstrengen muss. Was er aber gar nicht leiden kann, ist Johannas Sporttasche, die sie mit Vorliebe mit einem motivierten Schwung auf seine mit Liebe gepflegte Rückbank zu schmeißen pflegt. Sagt zumindest Selina, und die muss es, als Besitzerin von Mr. Bumble ja schließlich wissen. Sporttaschen gehören in den Kofferraum, auch wenn es dort, aufgrund der weiblichen Vorliebe für Handtaschen, zuweilen etwas eng werden kann.

Kohlroulade wie bei Oma…

MacDem Himmel sei Dank, haben wir – immerhin im zweiten Schuljahr – nun mitbekommen, dass man bei den Auszubildenden der Hauswirtschaft vorzüglich speisen kann. Dienstag und Donnerstag wird nämlich probegekocht und ehe wir uns versahen, saßen wir mit dem, der um die Ecke hören kann, beim gemütlichen gemeinsamen Mittagessen. Kredenzt wurden Kohlroulade und Kartoffeln wie bei Oma (an dieser Stelle muss ich natürlich meiner Oma sagen, dass ihre Rouladen und besonders die Bratkartoffeln die allerbesten sind!). Das machen wir nun öfter, haben wir beschlossen.

Kleine Ausnahmen sind natürlich erlaubt… 🙂

„Bullshit wird nicht korrigiert“!

Unsere Rechnungswesenfee ist selbstverständlich flexibel tätig, so dass sie uns auch fachmännisch in der hohen Kunst des Projektmanagements schult.

SchulaufgabeWährend des letzten Blockes stand die erste Schulaufgabe an. Nun ist es so, dass uns die Rechnungswesenfee zwar ungemein gut schult, in uns jedoch auch eine panische Angst vor der Korrektur auslöst, denn: „Bullshit wird nicht korrigiert!“ Und Bullshit zum Korrigieren gibt es scheinbar auch dieses Mal zu Genüge. Denn das man „Budget“ auch „Büdsche“ schreiben kann, war mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt.

Nicht bekannt waren einigen Mitgliedern unserer Klasse auch die Bundesländer unserer schönen BRD. Da kann es schon mal vorkommen, dass die Hauptstadt von Bayern nach Ansbach verlegt wird.

Zum Glück gibt es in solchen Fällen „Google“, unseren Freund und Helfer. Der wird auch mal in Religion zu Rate gezogen, wenn man sich während der Religionsex mit dem Lehrer über die richtige Antwort zu seiner Frage streitet. Am Ende haben wir uns gütlich geeinigt und konnten ihn mit unserem Wissen zum Thema „Sterbehilfe“ überzeugen.

Nächste Station… Zwischenprüfung!

Kaum zu glauben aber wahr: Die Hälfte unserer Ausbildungszeit liegt schon hinter uns und im März winkt die Zwischenprüfung. Zu diesem Zweck habe ich mir vorsorglich 500 Karteikarten besorgt. Sollten Sie die eine oder andere in DATEV II Süd finden, wissen Sie, wohin sie gehört. Sie dürfen sie getrost für eine kleine Lerneinheit behalten, denn schließlich wollen wir Zukunft gestalten. Gemeinsam.

Über den Autor

Kerstin Rockenmaier

hat im September 2014 eine Ausbildung zur Kauffrau für Dialogmarketing bei der DATEV begonnen. Vor ihrem Eintreten in die „grüne Welt“ hat sie ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert – nun darf sie bei der DATEV arbeiten (und das ist auch gut so), die Liebe zum Schreiben ist ihr aber dennoch erhalten geblieben.