Wie unsere Auszubildenden die Corona-Zeit meistern

Azubis allein zu Haus

von am Mittwoch, 15 April 2020
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Prüfungsvorbereitung, Remote-Lerngruppen und Homeoffice: Die aktuelle Situation ist für alle eine große Herausforderung – auch für unsere Azubis. Christina Schulze und Leonard Patzel, Azubis im dritten Lehrjahr, erzählen euch im Interview, wie sie die Corona-Krise meistern.

Wie war es für euch, als wir dazu aufgefordert wurden, von zu Hause aus zu arbeiten?

Christina: Als wir intern die Nachricht bekamen, es sollen alle, soweit möglich, von zu Hause arbeiten, hatten einige Azubis und ich gerade unseren vorletzten Schulblock vor der Abschlussprüfung hinter uns. Aus meiner Abteilung konnten auch die meisten direkt ins Homeoffice wechseln. Azubis haben im Normalfall aber kein Remote-Recht, so dass sie nicht von daheim arbeiten können. Es stand aber relativ schnell fest, dass den Azubis und Studierenden aus dem dritten Lehrjahr Homeoffice ermöglicht werden sollte, da wir unsere Projektarbeiten für die IHK-Prüfungen durchführen müssen. Daher arbeite ich jetzt auch von zu Hause.

Leonard: Ich arbeite auch im Homeoffice. Das ging für mich recht schnell, da ich durch mein Amt für die Jugend- und Auszubildendenvertretung bereits über ein Remote-Recht verfüge. Außerdem habe ich auch schon letztes Jahr ein Notebook bekommen. Ich habe eigentlich alles, was man für die Arbeit für daheim braucht.

Bei euch stehen ja bald die Abschlussprüfungen an. Wie bereitet ihr euch darauf vor?

Leonard: Da Christina und ich im dritten Lehrjahr sind, fehlt uns nur noch eine Woche Berufsschule im April, in der wir uns normalerweise auf die Prüfungen vorbereiten würden. Glücklicherweise waren alle übrigen Schulaufgaben und Kurzarbeiten bereits in unserem vorherigen Berufsschulblock erledigt, der direkt vor der Verkündung der Schulschließungen stattgefunden hat. Für die Berufsschule müssen wir also erst einmal nichts mehr machen. Für uns steht jetzt die IHK-Abschlussprüfung und unser Abschlussprojekt im Vordergrund.

Christina: Ob wir uns nun selbstständig auf die Prüfungen vorbereitet oder nicht, bleibt uns selbst überlassen. Eine gute Vorbereitung ist aber zu hundert Prozent empfehlenswert.
Deshalb haben sich unsere Auszubildenden Fachinformatiker Systemintegration und IT-Systemkaufleute aus dem dritten Lehrjahr schon vor ein paar Wochen zusammengetan und gemeinsame Lerntermine in Angriff genommen. Dafür bearbeiten wir zuvor Aufgaben, die wir bei den Terminen gemeinsam besprechen. Außerdem bereiten wir Vorträge vor und stellen uns diese Themen dann gegenseitig vor. Da wir viel Zeit für die Projektarbeit und Prüfungsvorbereitung aufwenden, haben Leo und ich uns ein paar Tage in der Woche geblockt, an denen wir uns darauf fokussieren und eigenständig Aufgaben für unser Heimat-Team erledigen. Einmal in der Woche haben wir ein Team-Meeting und zweimal pro Woche tauschen wir uns mit unserer Fachausbilderin aus, um gemeinsame Aufgaben oder Organisatorisches zu erledigen.

Und wie geht es euch beiden Daheim? Fällt euch schon die Decke auf den Kopf?

Christina: Mir fällt im Moment noch nicht die Decke auf den Kopf, da ich zu Hause auch nie alleine bin und vor allem für unsere Prüfungsvorbereitung viel mit anderen im Austausch und in Telefonkonferenzen bin. Privat haben wir oft gemeinsame Videochats, bei denen wir uns entweder einfach nur unterhalten, zu gemeinsamen Videospiele treffen oder auch alle zusammen den gleichen Sender anschauen.

Leonard: Bisher komme ich auch noch recht gut damit klar. Auf Dauer muss man sich aber definitiv durch Abwechslung bei Laune halten. Besonders wichtig sind dabei auch Pausen und Bewegung, denke ich.

Habt ihr Tipps für uns, damit wir zu Hause nicht durchdrehen?

Christina: Ich kann jedem empfehlen, in der Zeit viel Kontakt zu halten und auch mal die Dinge zu tun, für die man sonst immer keine Zeit (oder eher keine Lust) hat, wie die Wohnung, das Zimmer oder den Garten auf Vordermann bringen. Und wer sich sowieso in nächster Zeit ein Haustier anschaffen wollte, hat nun viel Zeit, es zu Hause einzugewöhnen. Trotzdem freue ich mich schon darauf, wenn die Einschränkungen vorbei sind, wir alle die Zeit hoffentlich gut überstanden haben und wir uns wieder mit anderen offline treffen dürfen.

Leonard: Trotz Ausgangsbeschränkung ist ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft ja nicht verboten – das ist beispielsweise eine Möglichkeit. Ein anderer Tipp für Leute, die auf ihre sozialen Kontakte nur schwer verzichten können, sind private Videokonferenzen oder Voice-Chats. Außerdem gibt es ja immer noch die Klassiker, um sich aktuell zu beschäftigen: Musik, Serien, Filme und natürlich auch ungelesene Bücher ;).

 

Unsere Interviewpartner:

Christina Schulze

 

Leonard Patzel

 

Photo by Dan Dimmock on Unsplash

Über den Autor

Kathrin Krause

ist 2015 nach ihrem Masterabschluss als Redakteurin bei DATEV eingestiegen. Sie ist zuständig für alle Themen rund um Karriere, Personal und Soziales in der internen und externen Kommunikation.