Future Work im DATEV IT Campus

Kreativität braucht Raum – Eine Führung durch neue Arbeitswelten

von am Montag, 22 Juli 2019
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„Wir haben hier nur eine Regel, und die heißt: Kommunikation“, sagt Rainer Schubert, der im Rahmen des Nürnberg Digital Festival eine Gruppe Interessierter Besucher durch unsere Arbeitswelt der Zukunft führte. Schuberts Aussage war eine Antwort auf die Frage einer Teilnehmerin. Sie wollte wissen, wie die Zusammenarbeit mit nur wenigen Regeln funktionieren kann.

Weshalb diese Frage durchaus berechtig ist, wurde im Laufe der Führung klar. Die Bürofläche, die es zu besichtigen galt, sieht nämlich etwas anders aus als beispielsweise mein eigenes und vielleicht auch Ihr Büro. Es ist moderner, offener, kommunikativer und flexibler – jedenfalls für meine Begriffe. Das neue Raumkonzept sieht zum Beispiel vor, dass für die Mitarbeiter nur noch 75% der Arbeitsplätze, im Sinne eines Schreibtisches mit Monitoren, vorgehalten werden. Das geht natürlich nur, wenn die Plätze für eine flexible Belegung zur Verfügung stehen. Das heißt, dass die Zeiten eines ganz persönlichen Arbeitsplatzes, auf dem auch Bilder von Frau (oder Mann) und Kindern (oder Haustieren) stehen, zu dem ich jeden Tag gehe und mich niederlasse, möglicherweise bald der Vergangenheit angehören. Das heißt aber auch, dass ich zusätzlich auf viele verschiedene, wie ich finde liebevoll gestaltete Räume und Plätze, zurückgreifen kann. So kann ich mir immer den Platz suchen, der gerade am besten zu meiner Tätigkeit passt.

Future Workplace bei DATEV

Im Rahmen einer Auswertung hat unser Facility Management festgestellt, dass im IT Campus maximal 75% der Mitarbeiter tatsächlich anwesend sind – und das auch nur maximal zwei bis dreimal pro Jahr. Kein Wunder, denn viele unserer Kollegen arbeiten mobil, sind im Home-Office, auf Workshops oder auch mal im Urlaub. Genau aus diesem Grund verfügt die Testfläche für das Arbeiten der Zukunft nur über 210 Arbeitsplätze für 280 Menschen. Es geht aber – anders als man jetzt annehmen könnte – nicht darum Platz zu sparen, sondern darum, die vorhandene Fläche sinnvoll und nach den Anforderungen der Teams zu gestalten. Deswegen durften die Mitarbeiter einbringen, welche Möglichkeiten und Umgebungen ihnen bei ihren täglichen Aufgaben fehlen. In Summe steht den Kolleginnen und Kollegen genauso viel Platz zur Verfügung, wie vor dem neuen Konzept. Der einzige Unterschied ist, dass es nun viele verschiedene Räume und Flächen gibt, die den Kolleginnen und Kollegen frei (also ohne vorherige Raumbuchung) für ihre Aufgaben nutzen können. Möchte ich meine Ruhe haben, gehe ich in die Bibliothek. Möchte ich mit mehreren Leuten an einem Projekt arbeiten, gehe ich in einen der Projekträume. Möchte ich bis zu meinem nächsten Termin meine Mails checken, setze ich mich in den Gemeinschaftsraum.

Ich suche mir also immer den Platz aus, der gerade zu meiner Tätigkeit passt. Die Kolleginnen und Kollegen, die das neue Raumkonzept derzeit testen, sagen, dass sich die Kommunikation im Team verbessert hat und dass sie ein ganz anderes Vertrauensverhältnis untereinander aufbauen konnten. Ist ja irgendwie auch logisch, wenn beispielsweise der Chef auf einmal neben den Mitarbeitern und nicht mehr im Einzelbüro sitzt, es keine starren Regeln mehr gibt und man sich seinen Arbeitsplatz selbst aussucht. Mir jedenfalls gefällt das neue Konzept richtig gut und ich wäre am liebsten direkt eingezogen 😉 Ich bin gespannt darauf, wo in der DATEV dieser Future Workplace Einzug halten wird und wo es vielleicht doch mehr Sinn ergibt, die ursprünglichen Strukturen beizubehalten.

Über den Autor

Kathrin Krause

ist 2015 nach ihrem Masterabschluss als Redakteurin bei DATEV eingestiegen. Sie ist zuständig für alle Themen rund um Karriere, Personal und Soziales in der internen und externen Kommunikation.